4-Tage-Benzinpreis-Prognose
benzinpreis.de Prognose, ausgegeben am Montag, dem 27.04. um 09:15 Uhr
Die Spritpreise stehen aktuell in einer Übergangsphase: Ein kurzfristiger Aufwärtsimpuls durch gestiegene Rohölpreise trifft auf einen mittelfristig fallenden Markttrend, was für die kommenden Tage insgesamt stabile bis leicht sinkende Preise erwarten lässt.
Montag, 27. April 2026
Die Preise dürften sich weitgehend stabil halten. Der Rohölpreis ist zwar in den letzten 24 Stunden um knapp 1,9 Prozent gestiegen und dieser Anstieg wird noch teilweise weitergegeben. Allerdings wirkt der fallende Makrotrend dämpfend auf mögliche Aufschläge. Insgesamt ist mit Seitwärtsbewegung zu rechnen.
Dienstag, 28. April 2026
Eine leicht steigende Tendenz zeichnet sich ab. Dienstage sind traditionell eher teurere Tanktage, das aktuelle Wochentagsmuster zeigt historisch einen Aufschlag von etwa 0,4 Cent gegenüber dem Wochenmittel. Das steigend kurzfristige Momentum von rund 0,3 Cent pro Tag verstärkt diesen Effekt. Wer flexibel ist, sollte den Dienstag nach Möglichkeit meiden.
Mittwoch, 29. April 2026
Die Preise stabilisieren sich wieder. Der Mittwoch zeigt im historischen Muster bereits leicht günstigere Preise als das Wochenmittel. Der Ölpreis-Effekt ist mittlerweile größtenteils eingepreist. Es ist mit weitgehend unveränderten Preisen zu rechnen.
Donnerstag, 30. April 2026
Eine leicht fallende Tendenz ist erkennbar. Der Donnerstag ist traditionell einer der günstigsten Tanktage der Woche, mit historisch etwa 0,5 Cent Ersparnis gegenüber dem Wochenmittel. Der am Vortag bundesweit stattfindende Feiertag des 1. Mai fällt dieses Jahr auf einen Freitag, der 30. April 2026 ist somit ein Vortag zum Feiertag. Dies hat jedoch nur marginalen Einfluss.
Im gesamten Prognosezeitraum sind keine Feiertage, Ferienzeiten oder Brückentage zu verzeichnen, die unmittelbar auf die betrachteten Tage fallen. Kalendereffekte spielen daher keine besondere Rolle.
Aktuelle Marktsituation
Die aktuelle Marktsituation zeigt ein interessantes Spannungsfeld. Der Rohölpreis hat innerhalb von 24 Stunden um fast 1,9 Prozent zugelegt, was normalerweise zügig an die Zapfsäulen weitergegeben wird. Gleichzeitig verzeichnet der Markt aber im 28-Tage-Trend einen Rückgang von etwa 0,2 Cent pro Tag, was auf eine mittelfristige Entspannung hindeutet. Die Tagesspanne der Preise liegt aktuell bei durchschnittlich 12,4 Cent pro Liter und damit über dem üblichen Niveau, was auf eine erhöhte Marktvolatilität hinweist. Diese Unsicherheitsphase führt dazu, dass die Prognosen mit etwas mehr Vorsicht zu bewerten sind.
Rohüberschussanalyse
Die Rohüberschussanalyse liefert beruhigende Signale. Die aktuelle Marge der Mineralölkonzerne liegt bei etwa 42,3 Cent pro Liter für Super E5 und damit im Normalbereich. Das Vier-Wochen-Mittel beträgt 41,3 Cent, die Abweichung von knapp einem Cent ist unauffällig. Werte zwischen 36,3 und 45,9 Cent gelten als normales Band. Weder ein besonderer Preissenkungsdruck durch überhöhte Margen noch ein unmittelbarer Erhöhungsdruck durch gequetschte Margen ist erkennbar. Bei Diesel liegt die Marge mit 61,6 Cent sogar etwas unter dem Vier-Wochen-Schnitt von 66,8 Cent, was tendenziell gegen größere Preissenkungen bei Diesel spricht.
Das Berechnungsmodell
Die Komplexität dieses Berechnungsmodells ergibt sich aus dem Zusammenspiel zahlreicher Faktoren, die teilweise gegenläufig wirken. Es fließen exponentiell gewichtete Wochentagsmuster aus 13 Jahren Preishistorie ein, wobei jüngere Daten stärker gewichtet werden als ältere. Der Ölpreiseffekt wird asymmetrisch modelliert, da Preissteigerungen erfahrungsgemäß schneller weitergegeben werden als Senkungen. Das kurzfristige Sieben-Tage-Momentum und der mittelfristige 28-Tage-Makrotrend können dabei in unterschiedliche Richtungen weisen, wie es aktuell der Fall ist. Zusätzlich erkennt das System Phasen hoher Volatilität und dämpft in solchen Situationen automatisch die Prognose-Sicherheit, um übermäßiges Vertrauen in unsichere Vorhersagen zu vermeiden. Die Rohüberschussanalyse ergänzt das Bild um die Perspektive der Raffinerien und Tankstellenbetreiber, deren Margenverhalten ebenfalls systematische Preisbewegungen auslösen kann.